Das Leben ist eine Berg- Talfahrt

Vor einiger Zeit habe ich mir das Buch Meine besten Coaching Tools meiner Kollegin, der Outplacementberaterin, Karriereberaterin, Karrierecoach und Trainerin Svenja Hofert gekauft.

„Warum scheitere ich in meinem Job?…“

Fast zur gleichen Zeit hatte ich zwei Coachees, die mit folgenden Fragen zu mir kamen: „Warum scheitere ich in meinem Job? Bin ich überhaupt im richtigen Bereich?“

Für diese Fragestellungen habe ich in Hoferts Buch ein sehr interessantes Tool gefunden: Der „Berg- Tal- Lebenslauf“ (S.65f)

Oftmals kommen wir im Berufsalltag an einen Punkt, wo es nicht mehr weiter geht. Man mit den Aufgaben oder der Verantwortung nicht mehr zurecht kommt. Der Zeitdruck zu hoch wird. Die Chemie mit dem Team nicht mehr stimmt. Man wechselt den Job- und steht irgendwann vor ähnlichen Problemen. Wechselt eventuell wieder- und auch hier lässt die anfängliche Motivation nach einiger Zeit nach. Unsicherheit, Frustration, Kündigung.

Woran kann das liegen? Oftmals sind die Antworten, dass der Chef zunehmend mehr fordert. Oder der Leistungsdruck ständig steigt. Oder die Aufgaben keine Herausforderung mehr darstellen.

Aber betrachtet man sich das ganze auch einmal aus einer anderen Perspektive?

Tool „Berg- Tal Lebenslauf“

In dem Tool geht es darum, sein bisherigen Werdegang anhand einer Skala aufzuzeichnen. Bei meinen Coachees habe ich in der Grundschulzeit angefangen- da zuvor auch Ressourcen gesucht und geweckt werden sollten und ein anderes Tool zum Einsatz kam, welches genau diese Ressourcen aktiviert, bzw. wieder bewusst machen soll. ansetzt.

Auf der Skala sollte nun der Coachee eintragen, wo er sich von 1-10 (1= total furchtbar, 10= perfekt) in der Grundschulzeit -,bezogen auf die Zufriedenheit, sieht. Er sollte dann die Rahmenbedingungen erörtern und die Situation und sein Umfeld so genau wie möglich beschreiben. Dann den Übergang zu Oberschule, zum Studium/ Ausbildung, Praktika, erster Job, zweiter Job, Zwischenjobs, Ehrenamttätigkeiten etc. bis hin zur jetzigen Situation.

Diese Etappen wurden auf einer Zeitachse gekennzeichnet. Und jedes mal wurden zu den jeweiligen Punkten zahlreiche Notizen gemacht und die Rahmenbedingungen beschrieben.

Bei einem Coachee wurde parallel eine zweite Achse gezeichnet. Eine Zufriedenheitsskala und eine Skala, wie kompetent sich der Coachee jeweils empfand.

Obere Skala Kompetenzgefühl, untere Skala Zufriedenheit
Obere Skala Kompetenzgefühl, untere Skala Zufriedenheit (Inhalte aus Datenschutzgründen gelöscht)

Der Lebenslauf als Zeitachse

Nach intensiver und für den Coachee sehr anstrengender Arbeit hat man dann jedoch ein erstaunliches Ergebnis. Seinen eigenen Lebenslauf als Diagramm/Zeitachse. 4 Flipchartseiten vollerFakten. Beeindruckend sieht man die Ups and Downs in der Karriereleiter. Die im wahrsten Sinne des Wortes berufliche Berg- und Talfahrt. Sowohl in der Zufriedenheit, als auch im Kompetenzgefühl

Und man kommt hier teilweise zu einer Erkenntnis, die einem so noch nicht bewusst war. Vergleicht man die Rahmenbedingungen in den Ups und die in den Downs, so sind hier eventuell die Antworten zu finden. Der durch sehr gute Arbeitsleistung erlangte Aufstieg im Unternehmen, die Beförderung, die Personalverantwortlichkeit führt auch dazu, dass man eventuell keinen Chef mehr direkt über sich hat. Der Mentor verloren geht. Das Team auf Augenhöhe nicht mehr vorhanden ist, da man es auf einmal leiten soll. Es kein direktes Feedback- Lob mehr vom Vorgesetzten gibt, da man selbst der Vorgesetzte ist. Und auf Leitungsebenen wird noch weniger gelobt, als im „normalen“ Angestelltenverhältnis. Die Talfahrt beginnt. Der Firmenwechsel folgt. Und es beginnt von Neuem.

Mit Hilfe dieses Analysetools konnten meine Coachees für sich erarbeiten, dass sie gar keine Führungskraft werden wollen- oder dass sie viel lieber in einem größeren Team arbeiten, oder das es für sie wichtig ist, Feedback zu erhalten.

Diese Punkte haben sie vorher nicht erkannt und waren am zweifeln, ob sie in eine komplett andere Branche wechseln sollen. Eine neue Ausbildung beginnen sollten.

In begleitenden Tools haben sie jedoch auch herausgearbeitet, dass sie sehr gerne in ihrem Bereich arbeiten- nur die Rahmenbedingungen nicht ihrer Idealvorstellung entsprechen.

Aber was sind Ihre Idealvorstellungen?

Auf dem Weg zur Zufriedenheit am Arbeitsplatz gibt es die unterschiedlichsten Tools und die vielfältigsten und individuellsten Antwortmöglichkeiten.

Sicher ist, dass man sich ungerne im Tal befindet. Aber wie kommt man langfristig auf den Berg, ohne wieder abzustürzen? Hier kann ein Coaching unterstützen zu hinterfragen, wo man eigentlich steht- und wo die Reise hingehen soll.

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„Who is my Self an what is my Work“ Otto Scharmer

who is my Self and what is my Work? (Otto Scharmer)

frei übersetzt heißt dies so viel wie “Wer bin ich, was ist meine Aufgabe?”

Diese Frage stellt man sich in unserer Gesellschaft immer wieder.

Wo stehe ich in meinem Umfeld ?
was wollen die Menschen von mir sehen ?
was kann ich eigentlich leisten ?
wie kann ich Privatleben und Beruf vereinbaren ?
welche Entscheidung ist für mich die richtige ?
wie verhalte ich mich nach der Beförderung meinen ehemaligen Kollegen gegenüber?
warum reagieren “die anderen” anders als sonst auf mich?
warum gehen Kunden zu der Konkurenz, obwohl ich mindestens das gleiche biete?
Ein in uns ständig ablaufender Fragenkatalog. Manchmal kommt man an einen Punkt, an dem man externe Unterstützung benötig. Ein COACH begleitet sie mit hilfreichen Tools durch Ihre Fragestellungen. Ein COACH berät sie nicht. Er gibt keine fertigen Antworten. Sie sind der Profi in ihrer Umwelt/ in ihrem System. Der COACH bleibt neutraler beobachter und lenkt mit gezielten Fragen. “Die Antwort steckt im System” heißt es. Nur Sie können sich selbst die Antwort geben. Der COACH zeigt die Wege und begleitet Sie.

Im Coaching kratzt man nicht nur an der Oberfläche. Man sucht gemeinsam nach einer Lösung. Manchmal steht eine ganz andere Fragestellung hinter einem vermeindlichen Problem.

Und wie kann man etwas besser annehmen, als das selbst erarbeitete? Als eine selbst gefundene Antwort?

Im COACHING schaut man nach vorne. Die Vergangenheit spielt keine primäre Rolle.

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.

(Albert Einstein)

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